Derzeit sind keine Parzellen mehr frei, auf denen die Möglichkeit besteht, per Erstwohnsitz dauerhaft zu leben. Im Laufe 2026 steht eventuell wieder was zur Verfügung.
Am Besten via Email anfragen.

Auf Grund der häufig großen Unkenntnis und Verwirrung bei den Begriffen hier ein paar sehr wichtige Hinweise zum Leben in einem Tiny Haus auf einem Campingplatz.

Dazu sind etliche Regeln und Vorrausetzungen zu beachten oder zu erfüllen.

Ganz allgemein und auch speziell bei uns:

  1. Macht Euch schlau über den Begriff „Tiny Haus“. In neunzig von hundert Fällen wird er FALSCH verwendet!
    Ein Tiny Haus ist auf eigener Achse auf öffentlichen Straßen gemäß StVZO zu bewegen, also als ANHÄNGER.
    Ein Mobilheim hat zwar Räder und eine oder zwei Achsen, darf aber nur per Trailer transportiert werden. Die Räder sind nur zum rangieren und aufstellen des MOBILHEIMES zu gebrauchen.
    Also kurz und gut: Ein Tiny Haus ist mobil, ein Mobilheim ist eher NICHT mobil und benötigt meist zumindest Punkt- oder Streifenfundamente, die bei uns aber nicht mehr zugelassen sind.
  2. Tiny Häuser zum festen wohnen sind teurer als Mobilheime. Sie werden meist auf Kundenwunsch gefertigt , qualitativ SEHR hochwertig, INDIVIDUELL und meist als Null-Energie Haus ausgelegt und eher selten von der Stange, wie die unzähligen Mobilheime.
  3. Die Besten und auch die weitaus günstigsten Tiny Häuser werden nach genauem Kundenwunsch in Polen von diversen Herstellern gefertigt in ausgezeichneter Qualität und in Preisklassen, die in Deutschland völlig unmöglich wären.
  4. Informiert Euch ZUERST über eine verfügbare Parzelle, auf der Erstwohnsitz erlaubt ist, jeder Campingplatz ist anders bei den Vorgaben und Regeln. Vor allem aber bei der möglichen Größe dieser Fahrzeuge.
  5. Leben auf einem Campingplatz bedeutet einerseits ein hohes Maß an allgemeiner persönlicher Freiheit, aber gleichzeitig auch das Einhalten einiger lokaler Campingplatz-Regeln. Beachtet das VORHER, es hat Auswirkungen nicht nur auf Euer Leben.
  6. Klärt die max. möglichen Maße in Abhängigkeit von Transport, Zuwegung, Vorgaben bei Traufhöhe, Baugenehmigung (ja, auch die braucht man für ein Tiny Haus). Die Größe der jeweiligen Parzelle und die genannten Vorgaben entscheiden darüber, wie Euer Tiny Haus aussehen wird. Bei kleinen 8-25qm Tiny Häusern ist das eher simpel und unkritisch. Aber so ab 30qm bis hin zu 50qm Wohnfläche mit Slide Outs wird es dann doch erheblich interessanter, was geht und was nicht!
  7. Entscheidet Euch am Besten erst für ein  Tiny Haus, nachdem Ihr einen passenden Wohnsitz/Aufstellungsplatz gefunden habt. Es gibt immer weniger Campingplätze bei denen Erstwohnsitz überhaupt möglich ist. Es sei denn, Ihr lebt bereits in einem und wollt den Standort wechseln.
  8.  Ein Tiny Haus bedeutet Minimalismus. Ihr werdet Euch von einem guten Teil Eures Hausrats und Besitzes verabschieden müssen, wenn Ihr vorher ein 60-200qm Haus mit Anbauten und Garten oder eine große Mietwohnung besessen habt!
  9. Feste zusätzlich Anbauten die DIREKT am Tiny Haus befestigt werden wie Terrasse, Schuppen etc. sind NICHT zulässig! Die erlaubten Anbauten müssen unabhängig vom Tiny Haus stehen können! Slide Outs bilden hier eine Ausnahme.
  10. Klärt, was IHR unter Tiny Haus versteht. Die allermeisten haben völlig falsche Vorstellungen und die derzeit vollkommen unsinnigen Begriffsdefinitionen sind meist irreführend! Dies gilt auch für eine Reihe weiterer falsch definierter oder verstandener Begriffe.
  11. Macht euch über die allgemeinen gesetzlichen Regelungen usw. VORHER schlau: https://www.tiny-house-verband.de/
  12. Informiert euch über die Regeln, was Gäste von Euch angeht. Wie die parken dürfen, die Aufenthaltsregeln (eigene Untervermietung an Gäste, eigene WoMos oder Caravans oder große Zelte auf Eurer Parzelle etc. ist natürlich nicht möglich! Ihr könnt nicht dem Campingplatz auf dem ihr lebt Konkurrenz machen…)
  13. Falls Ihr zusätzlich noch Caravans oder WoMo besitzt klärt, ob die überhaupt mit auf den Platz dürfen. Campingplätze sind keine Parkplätze für ganze Fuhrparks. Gilt besonders bei uns. WoMo sind im Dauerbereich die Größer als ein VW T3 sind, sind komplett untersagt! Die müsst Ihr irgendwo anders unterbringen.
  14. In den letzten Jahren hat die Manie überhand genommen, alle Parzellen flächendeckend mit solarbetriebenen bunten blinkenden Leuchtgirlanden, Solarlampen, Bewegungsmeldern und Scheinwerfen zuzukleistern. Vermeidet diese Art der Lichtverschmutzung. Sie schadet Mensch und Tier. Wer nicht mit Dunkelheit bei Nacht klar kommt, sollte auch nicht in der Natur leben.
  15. Klärt ab, ob eine Postzustellung für Euch auf dem Platz möglich ist. Immerhin wohnt ihr HINTER einer Schranke, mit allen Vor- und Nachteilen. Dort kommt die Post nicht hin. In Zeiten von A-Mason und Konsorten ist das nicht unwichtig!
  16. Nehmt rechtzeitig Kontakt mit uns auf. Sucht Euch einen Campingplatz, der Euren Vorstellungen des Lebens entspricht und schaut GENAU hin. Das tun wir bei Euch auch. Die Chemie und die Lebensvorstellungen müssen schon einigermaßen korrespondieren. Besonders wenn Ihr Stadtmenschen ohne jede Campingerfahrung seid!
  17. Wer Gartenbau, Hochbeete und Sträucher oder gar Bäume pflanzen möchte: Beachtet, das das Teils langfristige Dinge sind. Die euch sogar womöglich überleben. Klärt VORHER, was auf Campingplätzen erlaubt ist. Wir achten z.B. sehr auf Art und Ort der Bepflanzung und deren geplante Dauerhaftigkeit, Diversität, Seltenheit, Schönheit und Bienenfreundlichkeit. Wir wollen vermeiden, das, wenn Ihr doch irgendwann mal gehen solltet, all das wieder herausgerissen werden muss, damit der nächste Bewohner die Parzelle nutzen kann.
  18. Beachtet, das Pflaster, Kiesbeete, Fundamente usw. meist nicht gern gesehen sind und das alles bei einer Kündigung wieder entfernt werden muss! Begnügt Euch mit Rasen und ggf. modernen Rasengitter statt alles zuzupflastern und zu versiegeln!
  19. Ihr lebt auf einem Campingplatz in der Natur. Dort wächst es permanent, ständig laufen Vögel über Eure Dächer oder der Regen trommelt darauf. Irgendwann fallen die Blätter und Eicheln und Nüsse. Tierische Hinterlassenschaften auf Dach und Dachrinne sowie Gartenmöbeln sind Gang und Gäbe, wenn man im Paradies lebt. Wer ein Problem mit Tieren, Natur, organischen Hinterlassenschaften, Blättern, Pollen und Insekten hat, sollte in der Stadt bleiben!
  20. Natur macht Arbeit! Legt also eure Parzelle so an, das Ihr auch in einigen Jahren noch fähig seid sie zu pflegen (was NICHT heißt, alles einfach zuzupflastern!!!) oder besser noch, lebt den gesteuerten Wildwuchs namens Permakultur. Aber auch hier: VORHER abklären.
  21. Informiert Euch auch über die Gegend und das Umland. Wie sieht es mit Infrastruktur aus (Handwerker,  Werkstätten, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Krankenhäuser, Freizeitmöglichkeiten, Natur, Landschaft usw.).
  22. Campingplätze sind oft im Winter für den Tourismus geschlossen. auch die Dauercamper ohne Erstwohnsitz sind dann nicht da. Das heißt, es ist wunderbar ruhig und einsam und oft absolut still. Wir finden das herrlich, die meisten kommen heutzutage mit sich selbst allein aber nicht mehr klar. Beachtet das!
  23. Informiert Euch ganz am Anfang auch über Haustierhaltung
  24. Falls Ihr eine offene Feuerstelle (Pelletofen o.ä.) plant: auf den allermeisten Campingplätzen sind die nicht zugelassen!
  25. Falls Ihr Autarkie vom Stromnetz plant: Campingplätze leben u.a. von den Nebenkosten, wie Strom, Gas, Wasser. Bei uns z.B. sind keine Balkonkraftwerke u.ä. erlaubt, da bei uns als Campingplatz auch eine massiv ausgebaute und zu pflegende Leitungsinfrastruktur besteht, die irgendwie gewartet, betrieben und finanziert werden muss.
  26. Auf den meisten Campingplätzen mit Erstwohnsitz gibt es ohnehin nur einen elektrisch zentralen Zugangspunkt. Sowie auch nur ein einziger Bewohner dort versucht, Solarstrom einzuspeisen, darf kein weiterer, auch nicht die Platzbetreiber, eine weitere Einspeisung vornehmen.
  27. Die Regeln und Verträge für Erstwohnsitze sind teils anders als die Regeln für die Dauercamper. Beides unterscheidet sich voneinander! Trotzdem lebt Ihr alle zusammen auf dem Platz mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Lebensweisen, die zu tolerieren sind, solange sie den Platzregeln entsprechen.
  28. Beachtet, das es nicht reicht, einfach ein Tiny Haus aufzustellen und alles ist gut. Die technische Infrastruktur wie Gas, Wasser, Abwasser und Strom muss entsprechend verlegt und angeschlossen werden. Dazu sind Leitungs- und Erdarbeiten erforderlich. Das kostet Geld und Zeit, da z.B. wir bei vielem darauf bestehen, das das von Fachfirmen hier in der Nähe durchgeführt wird.
  29. Wärmepumpen sind eine sehr schlaue und äußerst günstige Lösung für ein Tiny Haus. Woanders machen sie eher keinen Sinn, aber HIER sind sie perfekt, weil Tiny Häuser meist eh als nahezu null Energie Häuser ausgelegt sind.
  30. Das Leben auf einem Campingplatz ist ANDERS! Wer im Sommer ein Problem damit hat, das Neugierige, Interessenten, Gäste und Kinder in der Saison auf dem Platz unterwegs sind, sollte nicht auf einem Campingplatz leben!
  31. Auf Campingplätzen gibt es Regeln was das Parken, Fahren, Tempo und Ruhezeiten angeht. Das gilt für ALLE, auch für die Festbewohner. Unter anderem wegen Zufahrt für KRankenwagen oder Feuerwehr im Motfall. Beachtet das!
  32. Echte Tiny Häuser werden meist individuell gefertigt. Das heißt sie sind TEURER als ein Plastikmobilheim. Sie werden meist aus hochwertigen und organischen Materialien gebaut und sind technisch sehr ausgeklügelt und komplex, um die Wohnfläche auch auf kleinem Raum zu maximieren. Das kostet Geld, besonders um es wintertauglich zu machen.
  33. Die Preise für ein Tiny Haus können sehr stark differieren, je nach Größe, Qualität und Sonderwünschen. In der Regel liegen sie zwischen 15 – 60 Tausend Euro. Aber auch das doppelte ist Problemlos möglich.
  34. Polen ist derzeit das führende Land für qualitativ sehr hochwertige und trotzdem vergleichsweise günstige echte Tiny Häuser. Es gibt VIELE herausragende Firmen dort, die welche Herstellen. Macht Euch SCHLAU!